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An dieser Stelle haben Sie Gelegenheit, bei einem "Besonderen Fall" selbst die Differentialdiagnose zu stellen. Der komplette Fall erscheint in der nächsten Ausgabe des SMF.

Fall 21_22-2017

Was häufig ist, ist häufig – aber manchmal eben nicht

Ein 4-jähriger, bisher gesunder Junge stellte sich auf der Notfallstation des Kinderspitals mit seit zwei Wochen bestehenden Bauchschmerzen und Dyspnoe ohne Fieber vor. Die Mutter hatte – nach einem längeren Auslandsaufenthalt in Indien im Spätsommer – noch einen Herbsturlaub auf den Kanarischen Inseln verbracht. Am Abreisetag hatte der Junge erstmals stossend geatmet und er hatte weniger Appetit. Zu Hause klagte der Junge über Bauchschmerzen, welche initial nur nachts auftraten, im Verlauf auch tagsüber. Seit einer Woche hätte er nun täglich eine stossende Atmung und Thoraxschmerzen, welche sich auf diverse Analgetika nur mässig besserten. Zudem beobachtete die Mutter einen Gewichtsverlust von zwei Kilogramm und eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit.

Auf unserer Notfallstation präsentierte sich ein afebriler Junge in nur leicht reduziertem Allgemeinzustand mit leichter Tachypnoe (Atemfrequenz 30/min) sowie einer Sauerstoffsättigung von 99%. Bis auf diskrete Rasselgeräusche links basal war der Status unauffällig. Bei klinischem Verdacht auf eine Pneumonie wurde ein Thorax-Röntgen durchgeführt, welches eine konfluierende azinäre Konsolidation des linken Unterlappens mit einem Begleiterguss subpleural links erbrachte (Abb. 1).

Abbildung 1:  Thorax-Röntgen ap

Laborchemisch zeigten sich nur leicht erhöhte Entzündungswerte (CRP 13 mg/l, Blutsenkungsgeschwindigkeit 28 mm/h) sowie leicht erhöhte Thrombozyten (669 G/l). Im Notfall wurde die Verdachtsdiagnose einer basalen Pneumonie links gestellt und eine antibiotische Therapie mit Amoxicillin-Suspension (80 mg/kg/Tag in 2 Einzeldosen) begonnen.

Wegen anhaltender Tachypnoe und Thoraxschmerzen trotz antibiotischer Therapie suchte die Mutter erneut die Notfallstation auf. Aufgrund der laborchemisch und radiologisch unveränderten Befunde wurde ein nasopharyngealer Abstrich auf respiratorische Viren sowie Mykoplasmen durchgeführt und die antibiotische Therapie mit Clarithromycin-Suspension erweitert. Der Behandlungsversuch blieb beim weiterhin afebrilen Kind ohne Erfolg, so dass letztlich die initiale Verdachtsdiagnose einer Pneumonie verworfen und weitere Untersuchungen veranlasst wurden.

Was würden Sie als nächstes tun?

Die Auflösung dieses Falls in der nächsten Ausgabe

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