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Replik

Wir bedanken uns beim Herrn Kollegen Ruijgrok für sein Interesse an unserem Artikel [1, 2] und für seine Ergänzung betreffend «Graded Exposure in vivo» (GEXP) [3].

In der Tat gehören verhaltenstherapeutische Ansätze zu den erfolgversprechendsten für die Behandlung chronischer Schmerzen allgemein und beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) im Speziellen. Die GEXP wird so auch zusammen mit «Graded Motor Imagery» und Spiegeltherapie sowie Psychotherapie (wie z.B. die Akzeptanz- und Commitment-Therapie) für die Behandlung des CRPS empfohlen [4]. Unter anderem geht es darum, die Tendenz zum sogenannten «Katastrophisieren» und zum «Vermeiden» zu senken. Die invasiven und medikamentösen Ansätze dienen dabei als «Brücke zur Therapie». Uns wäre an dieser Stelle wichtig, Folgendes festzuhalten: Sämtliche genannten Behandlungen setzen das Einverständnis und die Compliance der Patientinnen und Patienten voraus und dürfen nicht gegen deren Willen durchgeführt werden. Auch darf GEXP nicht mit der «Pain Exposure Physical Therapy» (PEPT) verwechselt werden, letztere wird nicht mehr empfohlen. Richtig eingesetzt, sind die genannten Methoden zentrale Bausteine, die in eine multimodale, holistische Behandlung eingebettet werden sollten. Schnell behandelt werden sollten Patientinnen und Patienten mit einem frischen CRPS, die sich nicht rasch verbessern – also alle Fälle, die nicht innerhalb weniger Wochen (mit oder ohne Behandlung) remittieren.

Der Autor hat deklariert, keine finanziellen oder ­persönlichen Verbindungen im Zusammenhang mit diesem Beitrag zu haben.

Kopfbild: © Thomas Gowanlock | Dreamstime.com

1 Harnik MA, Streitberger K, Brunner F, Hanusch KU, Reisig F. Komplexes regionales Schmerzsyndrom – Teil 1. Swiss Med Forum. 2021;21(13–14):209–13.
2 Harnik MA, Streitberger K, Brunner F, Hanusch KU, Reisig F. Komplexes regionales Schmerzsyndrom – Teil 2. Swiss Med Forum. 2021;21(15–16):245–50.
3 Ruijgrok J. «Graded Exposure in vivo»-Methode bei chronischen Schmerzen. Swiss Med Forum. 2022;22(3–4):78.

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