access_time veröffentlicht 08.02.2019

Achillessehne rupturiert: operativ oder ­konservativ behandeln?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Für Ärztinnen und Ärzte am Spital

Achillessehne rupturiert: operativ oder ­konservativ behandeln?

08.02.2019

Achillessehnenrupturen sind in der physisch aktiven mittelalterlichen Bevölkerung relativ häufig (31/100 000/Jahr) und nehmen insgesamt zu, vor allem wegen der ­erhöhten körperlichen Aktivitäten älterer Leute. Die Ruptur kommt meist in einer schlecht vaskularisierten ­Region zwischen 2 und 7 cm kranial der Sehneninsertion in den Calcaneus vor, häufig nicht aufgrund des Traumas allein, sondern auch auf dem Boden vorbestehender degenerativer Veränderungen, unter anderem als Folge von Glukokortikoid- und Fluoroquinolontherapien. Die Diagnose ist meist klinisch, komplettiert durch ­Ultraschall oder MRI. Wie behandeln?

Laut einer Metaanalyse (10 randomisierte Studien mit 944 Patient[inn]en, 19 Beobachtungsstudien mit knapp 15 000 Patient[inn]en) war das Re-Rupturierungsrisiko beim operativen Vorgehen geringer (2,3 vs 3,9%, die «number needed to treat» also doch relativ hoch bei 65), die operative Gruppe hatte aber mehr Komplikationen, vorwiegend Infekte (2,8%).

Sind wir auch hier so klug als wie zuvor? Wer unternimmt eine prospektive Studie mit genügender Aussagekraft (Zahl der Fälle und lange Nachbeobachtung)?

BMJ 2019

Verfasst am 13.01.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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