access_time veröffentlicht 07.12.2018

Allergisch auf Penicilline – wirklich?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Für Ärztinnen und Ärzte am Spital

Allergisch auf Penicilline – wirklich?

07.12.2018

Wie häufig geben doch Patient(inn)en an, an ­einer Beta-Laktam-Allergie (Penicillin-Allergie) zu leiden! Angeblich bis zu 10% der ins Spital Eintretenden. Meist werden darunter Antibiotika-assoziierte Diarrhoen oder Exantheme verstanden. Die unkritische Übernahme ­dieser «Allergiediagnose» kann zu teuren und sinnlosen Abklärungen führen oder auch ­einen Verzicht auf das in der gegebenen Situation eigentlich beste Antibiotikum nach sich ziehen. So ist dokumentiert, dass Pati­ent(inn)en mit Beta-Laktam-Allergie vermehrt breitspektrige Nicht-Beta-Laktam-Antibiotika erhalten, mit – unter anderem – erhöhtem Risiko für Methicillin-resistente Staphylokokken- und Clostridium-difficile-Infekte wie auch Infekte des Operationssitus.

Übrigens: Innerhalb von zehn Jahren verlieren 80% ihre Hypersensitivität gegen Beta-Laktame – auch wenn es sich um eine echte IgE-vermittelte Reaktion gehandelt hatte.

JAMA 2018

Weitergehende Hinweise in SMF 2017

Verfasst am 07.11.2018, auf Hinweis von Prof. K. Neftel (Gléresse).

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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