access_time veröffentlicht 17.03.2019

Alter: Parallelen zwischen Osteoporose und kognitiven Störungen

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Was auch noch aufgefallen ist

Alter: Parallelen zwischen Osteoporose und kognitiven Störungen

17.03.2019

Die maximale Knochenmasse, auch Knochenreserve genannt, wird etwa im Alter von 25 Jahren erreicht. Sie ist der entscheidende Faktor, ob und wann man im Verlaufe des Lebens eine Osteoporose entwickeln wird oder nicht. Kognitive Jugendlichkeit im Alter andererseits wird bislang – auch in tröstenden Gesprächen ­unter Pensionierten – lebenslanger intellektueller Aktivität, dem Ausbildungsniveau und anforderungsreichen beruflichen oder hobbymässigen Aktivitäten («Herausforderungen» als horribile dictu) zugeschrieben. Neurobiologisch spricht man von neurokognitiver «Reserve» und vermutet die Ausbildung differenzierterer neuronaler Vernetzungen. Stimmt wahrscheinlich nicht oder nur sehr begrenzt!

Ehemalige amerikanische Rekruten (Teilnehmer der «Vietnam Era Twin Study of Aging» ­VETSA) wurden zwischen 1965–1975 im Alter von 20 Jahren und dann wieder im Alter von 62 Jahren in Bezug auf ihre kognitiven Fähigkeiten getestet. Jene, die im jungen Erwachsenenalter die Pfiffigeren waren, waren es mit grosser Wahrscheinlichkeit auch wieder fast ein halbes Jahrhundert später. Die genannten, intellektuell stimulierenden Lebensaktivitäten und das Bildungs­niveau hatten hingegen einen vergleichsweise sehr kleinen Einfluss! Demenzprävention – und Osteoporoseprophylaxe – könnte also am wirksamsten in der Adoleszenz sein!

PNAS 2019

Verfasst am 08.02.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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