access_time veröffentlicht 12.04.2019

Biopsie innerer Organe bei hohem Blutungs­risiko

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Für Ärztinnen und Ärzte am Spital

Biopsie innerer Organe bei hohem Blutungs­risiko

12.04.2019

Bei aus vitaler Indikation antikoagulierten Patient(in­­­n)en oder solchen mit krankheitsbedingt hohem Blutungsrisiko sind Organbiopsien gefährlich. Im Falle der Leber kann mittels eines transjugulären, intravenösen Zugangs die Biopsie – aufwendig zwar – aber doch mit hoher Sicherheit (allfällige Nachblutungen erfolgen ins intravenöse System) durchgeführt werden. Bei blutungsgefährdeten Patient(inn)en auf Intensivpflegestationen konnte mit einem transvenösen Zugang auch eine Nierenbiopsie sicher durchgeführt werden.

Aufgrund der präsentierten Daten scheinen auch frühere Bedenken bezüglich Repräsentanz des so entnommenen Biopsiematerials hinfällig: In 96% der Fälle konnte eine im klinischen Kontext relevante Diagnose gestellt werden. Allerdings ist weiterhin eine reiflich überlegte Indikationenstellung wichtig: Nur in gut der Hälfte der Fälle hatte die Biopsie auch Behandlungskonsequenzen. In 30% lautete die Diagnose zudem «akute Tubulusnekrose», die man klinisch und mit nichtinvasiven Messungen fast immer diagnostizieren kann. Die Studie stammt aus Frankreich, wo seit Jahrzehnten akut insuffiziente Nieren sehr häufig biopsiert werden, was – das sei zugegeben – unser Verständnis für diese Krankheit ­sicher auch verbessert hat.

Crit Care Med 2019

Verfasst am 15.03.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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