access_time veröffentlicht 14.06.2019

D-Dimere normalisiert – Antikoagulation stoppen oder weiterführen?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

D-Dimere normalisiert – Antikoagulation stoppen oder weiterführen?

14.06.2019

Die Frage, ob und wann man die orale Antikoagulation nach der ersten nicht-provozierten venösen Thromboembolie absetzen kann, ist immer noch nicht definitiv beantwortet. Es gibt Daten, dass bei Patient(inn)en mit normalen D-Dimeren einen Monat nach Absetzen der Antikoagulation das Rezidivrisiko mindestens 50% tiefer ausfällt. Ist ein Therapie­entscheid auf der Basis der D-Dimere sicher?

Im Rahmen einer fünfjährigen Nachbeobachtung wiesen Patient(inn)en (n = 293) eine signifikant höhere Rezidivrate auf, wenn die Antikoagulation auf der Basis der D-Dimere gestoppt wurde (normale D-Dimere am Schluss der Antikoagulation und einen Monat nach deren Absetzen).

Folgende Rezidivrisiken (5 Jahre) wurden gefunden: Männer fast 30%, Frauen fast 18%, Frauen mit isoliertem Östrogenersatz etwa 2%. Die Häufigkeit relevanter Blutungen unter Langzeitantikoagulation betrug 1,6% pro Patient und Jahr. D-Dimere eignen sich also generell nicht zur Steuerung der Antikoagulationsdauer.

Die Studie spricht – ausser bei Frauen mit isoliertem Östrogenersatz – für eine sehr lange Dauer der oralen Antikoagulation und die Frage bleibt offen, wann sich die Linien Thromboembolie-Rezidive/Blutungen zu kreuzen beginnen.

J Thromb Haemost. 2019

Verfasst am 23.05.2019, auf Hinweis von Dr. M. Uhr (Lugano).

Bild: ID 124449884 © Pop Nukoonrat | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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