access_time veröffentlicht 09.03.2019

Ein Antibiotikum reguliert den Schlaf

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Neues aus der Biologie

Ein Antibiotikum reguliert den Schlaf

09.03.2019

Der Mensch hat bis zu 100 verschiedene endogene ­Antibiotika (sogenannte AMPs = «antimicrobial pep­tides»). Etwas überraschend hat sich gezeigt, dass – zumindest bei Fruchtfliegen – gerade ein solches AMP, das sogenannte Nurini (japanisch für Schlaf, «NUR»), im ­Gefolge von Schlafentzug und Infektionen vermehrt ­exprimiert wird. Die Produktion des Genproduktes wird zusätzlich durch «clock-genes» (Regulatoren des zirkadianen Rhythmus) gesteuert. Die endogene Antibiotiakantwort scheint also zusätzlich das Schlafbedürfnis zu erhöhen und den Schlaf anzustossen, wobei dem Schlaf selber positive Folgen für die Infektabwehr respektive die Regeneration zukommen.

Jenseits dieser homeostatischen Antwort ergibt sich natürlich ein Me­di­­ka­men­tenziel zur Prävention/Behandlung der sehr häufigen Insomnien. Bemerkenswert an dieser Arbeit ist auch die Methodik: 8000 verschiedene Fruchtfliegen­gene wurden im Genom ­«hypothesenfrei» nacheinander überexprimiert und der Phänotyp analysiert. Nur eines der Gene, eben das «NUR», war für die Schlafregulation bedeutsam.

Science 2019

Verfasst am 09.02.2018

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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