access_time veröffentlicht 25.02.2019

Ein weiterer Fokus auf … FOCUS

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Was auch noch aufgefallen ist

Ein weiterer Fokus auf … FOCUS

25.02.2019

Wieder einmal: Vorsicht mit systematischen Reviews (und Metaanalysen)! Eine Cochrane-Review (Analyse von 52 randomisierten Studien) hatte gefunden, dass Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) die neurologischen Funktionsstörungen nach einem Schlaganfall reduzieren können [1]. Eine multizentrische Studie (FOCUS, 103 Spitäler in Grossbritannien, mehr als 3000 Patient[inn]en), doppelblind und plazebokontrolliert durchgeführt, fand – bei akzeptabler Compliance – keinen Effekt von 20 mg Fluoxetin pro Tag auf die neurologischen Funktionen sechs Monate nach einem Schlaganfall (ischämisch oder hämorrhagisch) [2].

Allerdings traten in der Fluoxetingruppe weniger Neudiagnosen von Depressionen auf und die Patient(inn)en ­wiesen gemäss Fragebogen auch eine bessere Stimmungslage auf. In absolut 1,4% traten in der Fluoxetingruppe Frakturen auf («number needed to harm» ca. 70), wenn auch die Sturzhäufigkeit (bekannte Nebenwirkung der SSRI) nicht verschieden war. Dies galt auch für andere Nebenwirkungen wie Hyponatriämie (ebenfalls ein Risikofaktor für Osteoporose/Frakturen) und Krampfanfälle.

1 Cochrane Database of Syst Rev 2012

2 Lancet 2019

Verfasst am 25.01.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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