access_time veröffentlicht 15.03.2018

Eine Publikations-«CASCADE»*

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Eine Publikations-«CASCADE»*

15.03.2018

Eine von Mitarbeitern des Tropeninstitutes Basel in Südafrika (Lesotho) durchgeführte Studie [1] zeigt, wieder einmal, wie wichtig Hausbesuche sein können. Finden die In­struktion der PatientInnen durch eine Pflegefachfrau und die Abgabe der Anti-HIV-Medikamente gerade zuhause unmittelbar nach der ebenfalls zuhause erfolgten HIV-Diagnose statt, steigt die Compliance (nach 3 Monaten 68% versus 43% bei PatientInnen, die in ein Ambulatorium mussten) und das Ausmass der viralen Suppression (nach 11–14 Monaten 50,4% versus 34,3%) besserte sich deutlich («CASCADE Study»).

Wenn auch etwas vorhersehbar, sind die Resultate wichtig im Hinblick auf das Ziel der UNO, bis 2020 >90% der HIV-PatientInnen mit einer antiretroviralen Therapie auszustatten und bei diesen eine virale Suppression von >90% zu erreichen. Diese Studie hat dieses ambitiöse Ziel also noch deutlich verfehlt, aber einen ermutigenden Schritt getan.

Dass sich Hausbesuche lohnen, zeigten schon die Niederlande vor über 50 Jahren (unter Federführung durch E. A. Loeliger, auch ein Schweizer!), wo mit Hausinstruktionen eine hervorragende Qualität der oralen Antikoagulation erreicht wurde [2].

1 JAMA. 2018 March 6. [Epub ahead of print].

2 Thromb Diath Haemorrh Suppl. 1964;12:111–4. 

Verfasst am 07.03.2018

 

* Die Publikation wurde in einer für die Laienpresse geschriebenen Mitteilung angekündigt, das online publizierende JAMA hatte ein Embargo bis 06.03.2018 18 Uhr (MEZ) verfügt und die NZZ publizierte den wohl vorbereiteten Artikel ausserhalb ihrer normalen freitäglichen Wissenschaftsausgabe bereits ab 4 Uhr online am 07.03.2018.

Neue Zeiten …

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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