access_time veröffentlicht 31.01.2019

Fluoroquinolone nicht mehr bei schwerer Arteriosklerose verschreiben!

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Fluoroquinolone nicht mehr bei schwerer Arteriosklerose verschreiben!

31.01.2019

Obwohl die Hypothese, dass Fluoroquinolone den Kollagenabbau fördern, nie beim Menschen bewiesen wurde, findet eine Untersuchung der «Food and Drug Administration» (FDA) der publizierten Assoziationsstudien, dass die Chance einer Aortendissektion oder eines kleineren oder grösseren Einrisses in die Aorta um einen Faktor von etwa 2,4 erhöht sei, wenn Fluoroquinolone eingenommen wurden. Dies bei einer Exposition von 3–14 Tagen, darüber steigt das Risiko auf einen Faktor von etwa 3 weiter an.

Ein vor Weihnachten 2018 publizierter Sicherheitswarnhinweis fordert Ärztinnen und Ärzte auf, bei Patient(inn)en mit bekannten Aortenaneurysmen, schwerer Arteriosklerose (mit per se erhöhtem Aneurysmarisiko) und Personen mit kongenitalen Bindegewebserkrankungen (Marfan-Syndrom, verschiedene Typen des Ehlers-Danlos-Syndroms) auf Fluoroquinolone zu verzichten. Bereits früher im 2018 erneuerte das FDA für diese Antibiotika die Warnhinweise wegen Hypoglykämien und mentaler Nebenwirkungen (v.a. ältere Leute). Seit zehn Jahren besteht zudem der unveränderte Hinweis zur erhöhten Inzidenz von Achillessehnenrupturen unter Fluoroquinolonen.

FDA 2018

Verfasst am 02.01.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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