access_time veröffentlicht 19.06.2019

Kontinuierlich positiver Atemdruck

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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Kontinuierlich positiver Atemdruck

19.06.2019

Das Atemnotsyndrom der Neugeborenen war in den 1960er Jahren trotz mechanischer Ventilation von ­einer hohen Mortalität gekennzeichnet. Die meist exzessiv hohen inspiratorischen Sauerstoffkonzentrationen führten zu entsprechenden Toxizitäten (u.a. Retinopathie, bronchopulmonale Dysplasie). Unter der Hypothese, dass Atelektasen mit konsekutiven sogenannten Rechts-Links-Shunts für einen Teil der schlechten Prognose und Oxygenierung verantwortlich waren, verwendeten Gregory und Mitarbeiter erstmals kontinuierlich positive Luftwegsdrucke («continuous positive airway pressure» [CPAP]) bei solchen Kindern, und zwar sowohl via endotrachealen Tubus als auch mittels einer Kopfmaske.

Sie beobachteten, dass innerhalb von 12 Stunden die inspiratorische Sauerstoffkonzentration um 37,5% gesenkt werden konnte und dabei die Sauerstoffpartialdrucke im Blut trotzdem anstiegen. 16 der 20 zum Teil weniger als 1500 g wiegenden Neugeborenen überlebten.

Der Nachsatz ist ebenfalls bemerkenswert: «Since submitting this report for publication, we have used CPAP to treat an additional 16 patients with severe IRDS («idiopathic respiratory distress syndrome»). All have survived.»

N Engl J Med 1971

Verfasst am 24.05.2019.

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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