access_time veröffentlicht 11.01.2019

Kontroversen zum Vitamin D: immer noch ungelöst

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Kontroversen zum Vitamin D: immer noch ungelöst

11.01.2019

Wie kurz und bündig schon mehrmals erwähnt, sind die Interventionsstudien zum Vitamin D in Bezug auf muskuloskelettale Effekte (siehe SMF1-2/2019 [1]) und auf eine Reihe sogenannter pleotroper Wirkungen (kardiovaskulär, Krebserkrankungen, Entzündungskrankheiten, Infektabwehr) bislang sehr enttäuschend ausgefallen. Ein kurzer, instruktiver Abriss über die aktuelle, unsichere Datenlage gibt dazu nun einen guten Überblick [2]. Aus praktischer Sicht am bedeutsamsten ist die anhaltende Unsicherheit über die optimalen Zielkonzentrationen des 25(OH)-Vitamin-D im Blut, wobei es mehr als wahrscheinlich erscheint, dass eine adäquate Vitamin-D-Versorgung schon unterhalb der heute angegebenen Werte (z.B. 50-75 nmol/l) vorliegt. Die Arbeit ist auch eine Erinnerung daran, dass für die Osteoporosetherapie diese Zielwerte gar nicht bekannt sind. Zudem ist eine Reihe von Fragen zur Qualität der Analytik dieses schwierig zu bestimmenden Hormons immer noch offen. Die beste Methode scheint die – laborseitig aufwendigere - Bestimmung des freien Hormons (mittels Flüssigkeitschromatographie/Tandem-Massenspektrometrie) zu sein, welche die Bestimmung des totalen Vitamin D mittels Immunoassays an Genauigkeit übertrifft.

Die Autoren sehen keinen Grund, von der gegenwärtigen Dosisempfehlung (Vitamin D3) abzurücken: Kleinkinder 400 U, unter 70 Jahren 600 U, über 70 Jahre 800 U (je pro Tag). Wahrscheinlich kann man auch zumindest bei unter 70-Jährigen die Zufuhr in den Sommermonaten weglassen. .

1 Swiss Med Forum 2019

2 JCEM 2018

Verfasst am 17.12.2018

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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