access_time veröffentlicht 14.03.2019

Männliche Osteoporose: Östradiol ­wichtiger als Testosteron

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Männliche Osteoporose: Östradiol ­wichtiger als Testosteron

14.03.2019

Wieder einmal hat sich die riesige Biobank von Gross­britannien (n = ca. 500 000 Individuen) mit wichtigen Resultaten gerechtfertigt. Bei mehr als 175 000 Männern europäischer Herkunft bestand pro Standardabweichung Abfall des Östradiols ein signifikanter Abfall der Knochendichte und bis zu einer Verdoppelung des Frakturrisikos [1]. Die Korrelation blieb auch nach Korrektur für viele die Osteoporose und Frakturwahrscheinlichkeit betreffenden Variablen bestehen.

In dieser Studie konnte dem Testosteron kein Effekt auf Knochendichte und Frakturwahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. Möglicherweise manifestiert sich der negative Knocheneffekt erst bei deutlichem Hypogonadismus. In ­diesem Zusammenhang soll daran erinnert werden, dass die gestörte Konversion von Andro­genen in Östrogene (seltene Aromatase-Defekte, [2]) oder Östrogen-­Rezeptor-Defekte [3] beim Mann zur ­Osteoporose führen. Die Östradiol-Bestimmung sollte also integraler Bestandteil der Osteoporoseabklärung beim Mann sein. Man sollte aber wegen diffiziler ­Bestimmungsmethode die Testcharakteristika kennenlernen und mit dem ­Labor diskutieren.

1 JCEM 2019

2 JCEM 1995

3 NEJM 1994

Verfasst am 10.02.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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