access_time veröffentlicht 10.05.2019

Nichtsteroidale Antirheumatika zur Fraktur­heilung?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Was auch noch aufgefallen ist

Nichtsteroidale Antirheumatika zur Fraktur­heilung?

10.05.2019

Die Geweberegeneration, also auch die Frakturheilung, nimmt mit zunehmendem Alter ab. Zentral dabei ist eine Abnahme sowohl der Zahl als auch Aktivität der skelettalen Stammzellen. Dies ist zumindest zum Teil Folge einer erhöhten Entzündungsaktivität. Man wendet dazu auch ein Wortspiel an: «age-associated inflammation» wird zu «inflamm-aging» kondensiert.

In eleganten Experimenten konnte nun gezeigt werden, dass die Aktivität/Zahl der skelettalen Stammzellen nicht vom chronologischen Alter, sondern von dieser Entzündungsaktivität abhängt. Die Ausschaltung des Gens eines zentralen Entzündungsregulators, des sogenannten NF-kappaB-Faktors, oder dessen Hemmung durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) führte zu einer «Rejuvenilisierung» dieser Vorstufenzellen und zu einer erhöhten Knochengewebebildung in einem ektopen Frakturmodell (Transplantation unter eine Nierenkapsel).

Da Frakturen bei älteren Menschen – unter anderem – ein lange Morbidität mit grosser Bedrohung für das Wiedererlangen der Selbständigkeit nach sich ziehen, ist eine weitere Evaluation der Wirkung von NSAR oder potenteren/nebenwirkungsärmeren Analoga zur Verhinderung der Skelettalterung und Förderung der Frakturheilung lohnend.

PNAS 2019

Verfasst am 09.04.2019

Bild: ID 125281840 © Wave Break Media Ltd | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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