access_time veröffentlicht 25.04.2019

Noch mehr Evidenz für verlängerte Antikoa­gulation nach (provozierter) Thromboembolie

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Noch mehr Evidenz für verlängerte Antikoa­gulation nach (provozierter) Thromboembolie

25.04.2019

Frühere Befunde zeigten, dass eine längere als in den meisten Guidelines minimal empfohlene Dauer der Antikoagulation (Rivaroxaban) die Rezidivrate signifikant reduziert (siehe [1, 2]). Provozierte Thromboembolien (also assoziiert mit mindestens einem bekannten Risikofaktor) rezidivieren nach Absetzen der Antikoa­gulation in 10% im ersten, in 30% nach fünf Jahren. Die meisten Guidelines empfehlen ein Absetzen der Antikoagulation nach drei Monaten, wenn der provozierende Faktor anhaltend eliminiert werden konnte.

Wie wirksam verhindert eine verlängerte Antikoagulation dieses Risiko und wie hoch ist dann das Blutungs­risiko? Eine Antikoagulation (Rivaroxaban) länger als drei Monate (4900 Patient[inn]en) senkte das Rezidivrisiko im Vergleich zum Verzicht auf Gerinnungs­hemmung oder nur Aspirin® um 44% [3].

Die Frage, wie viel länger, kann die Studie aufgrund ihrer Methodologie nicht beantworten. Angeblich gab es bei den Antikoagulierten nicht mehr Blutungsnebenswirkungen, was nur vorsichtig auf den praktischen Alltag übertragbar scheint. Also bleibt: wie viel länger (bis das ­Risiko den Nutzen übertrifft)?

1 N Engl J Med 2010

2 N Engl J Med 2017

3 Am J Med 2019

Verfasst am 29.03.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Ähnliche Beiträge

veröffentlicht 28.12.2017

Beatmung und Einfluss auf kardiovaskuläre Endpunkte bei OSAS

veröffentlicht 28.08.2017

Kardiovaskuläre Risikofaktoren und zerebral abgelagertes Amyloid

veröffentlicht 17.08.2017

Relation zwischen Transfettsäurenverbot und Spital­einweisungen

veröffentlicht 09.06.2017

Kalzium und kardiovaskuläre Erkrankungen: Gefahr?

Bloggen Sie mit!

Wollen Sie auch einen Blogbeitrag publizieren? Dann schreiben Sie uns!

Mail an Redaktion

Verpassen Sie keinen Artikel!

close