access_time veröffentlicht 27.05.2019

Reversible Epigenetik

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Was auch noch aufgefallen ist

Reversible Epigenetik

27.05.2019

Bis heute sind 559 Menschen ins All geflogen, acht ­davon blieben dort mehr als 300 Tage. Wie sicher sind Langzeitaufenthalte im Hinblick auf Erkundung/Besiedelung anderer Himmelskörper?

Bei der NASA sind zwei identische Zwillinge als Astronauten angestellt, wobei einer 340 Tage lang auf der Raumstation ISIS verbrachte. Diese besondere Konstellation wurde für eine unglaublich intensive Untersuchung der Effekte von längeren Weltraumaufenthalten genutzt. Während des Aufenthaltes änderte sich die Mehrzahl biologischer Parameter (u.a. verschiedene Parameter der Immunfunktionen) nicht. Allerdings nahmen die Methylierung der DNA (eines der Charakteristika epigenetischer Veränderungen) und die Telomerlänge (Verkürzung wäre Indikator nahenden Zelltodes) zu. Weiter änderte sich die Zusammensetzung des intestinalen Mikrobioms, die Retinadicke, die ­Parameter der Karotiswand sowie das Körpergewicht. Ein grosser Teil dieser Veränderungen könnte Folge der Umverteilung des Extrazellulärvolumens / der diätetischen Umstellung sein.

Innerhalb von sechs Monaten nach der Rückkehr normalisierten sich fast alle der – genetischen und nichtgenetischen – Parameter, allerdings nicht gewisse DNA-Schäden, die wohl Folge der erhöhten Strahlenbelastung sind.

Science 2019

Verfasst am 14.04.2019

Bild: ID 109340140 © Tomert | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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