access_time veröffentlicht 18.04.2019

Schwierige Zeiten für die Katheterablation des Vorhofflimmerns

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Schwierige Zeiten für die Katheterablation des Vorhofflimmerns

18.04.2019

Im Alter von 75 Jahren weisen etwa 10% der Bevölkerung ein Vorhofflimmern mit erhöhter Mortalität (×2) und Schlaganfallsrate auf. Mehr als 2200 Patient(inn)en (Durchschnittsalter 68 Jahre, ca. ⅓ Frauen) meist mit etabliertem, mehrjährigem (oft medikamentös vorbehandeltem) Vorhofflimmern und zu 90% sym­ptomatisch wurden randomisiert entweder mit einer Katheterablation (die in fast jedem 5. Fall kurzfristig wiederholt werden musste) oder medikamentös behandelt.

Die Katheterablation brachte leider keine si­gnifikante Verbesserung des kombiniert gewählten Endpunktes (Tod, invalidisierende Schlaganfälle, Blutungen, Herzstillstand; [1]), jedoch eine leicht bessere Lebensqualität [2] als die medikamentöse Therapie. Bei einer unverblindeten Therapie ist aber dieser kleine Nutzen schwierig zu beurteilen. Ein enttäuschendes Studienresultat sicher, aber die Studie hat auch eine positive Nachricht: In der konservativ behandelten Gruppe zeigten sich die Vorteile der modernen kardial-medikamentösen und antikoagulatorischen Therapie – die Mortalität nach vier Jahren betrug nur 5,3% (bislang ging man von einer Mortalität von 5–10% im ersten Jahr aus), die Häufigkeit schwerer Schlaganfälle nur 0,7%. Wie bei allen Studien mit einem «invasiven» Arm, war das sogenannte Crossover in denselben ein Problem.

Allerdings rezidivierten auch etwa 50% der Patient(inn)en in der Ablationsgruppe, was die Zahl der Rezidiveingriffe in der Praxis potentiell erhöhen und damit die Gesamtbehandlung weiter verteuern könnte.

1 JAMA 2019

2 JAMA 2019

Verfasst am 22.03.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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