access_time veröffentlicht 09.06.2019

Sex: weniger häufig, aber häufiger gewünscht

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Was auch noch aufgefallen ist

Sex: weniger häufig, aber häufiger gewünscht

09.06.2019

In Grossbritannien untersuchten die Natsal-Studien 1, 2 und 3 die sexuelle Kontaktfreudigkeit bei jeweils deutlich mehr als 10 000 Patient(inn)en in den Jahren 1991, 2001 und 2012. Während zwischen 1991 und 2001 nur geringe Unterschiede gefunden wurden, sticht die überaus deutliche Abnahme der sexuellen Kontakte gemäss der Befragung aus 2012 (sexuelle Kontakte und deren Häufigkeit im letzten Monat) ins Auge.

Gegenüber 2001 fielen diese 2012 bei Frauen von knapp 21 auf gerade noch 13% und bei Männern von 20 auf 14%. Ein klarer Trend, der auch in anderen Ländern gefunden wurde. Gleichzeitig wünschten sich die Studienteilnehmer(inn)en aber mehr Sex!

Natürlich ist die körperliche Vereinigung nur eine Facette eines (erfüllten) Sexual­lebens, die Studie könnte aber schon ein Hinweis auf wichtige (gesellschaftliche, soziologisch erklärbare?) Störungen sein, die nicht ­allein durch das leicht höhere Durchschnittsalter der Natsal-3-Studie erklärt werden können. Die Abnahme der sexuellen Aktivität war signifikant ausgeprägter jenseits bereits des 25. Alters­jahres und in Ehen oder etablierten Partnerschaften. Nicht ganz überraschend waren Personen in gesicherten ökonomischen Verhältnissen und einer Vollzeitanstellung sexuell aktiver.

BMJ 2019

Verfasst am 10.05.2019.

Bild: ID 66463372 © Evgheni Lachi | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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