access_time veröffentlicht 22.02.2019

Sind Mindestfallzahlen pro Operateur die ­Lösung?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Für Ärztinnen und Ärzte am Spital

Sind Mindestfallzahlen pro Operateur die ­Lösung?

22.02.2019

Der Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich hat – ­sagen wir einmal – angeregt, dass nicht Mindestfallzahlen pro Institution, sondern pro Operateur als Basis für eine (weitere) Qualitätssteigerung in der Schweizer Medizin genommen werden. Keine schlechte Idee, oder?

Kurz und bündig hat uns deshalb interessiert zu erfahren, dass Operateure mit den höchsten Interventionsvolumina bei über 65-jährigen Patient(inn)en insgesamt einen schlechteren Verlauf erzielten im ersten Jahr nach einer perkutanen koronaren Intervention (PCI). Die ­Datenbasis waren mehr als 700 000 Interventionen, durchgeführt von fast 9000 Ärzt(inn)en. Einmal mehr auch hier: Viel arbeiten heisst noch lange nicht gut ­arbeiten. Allerdings hier die Korrektur: Operateure mit mehr Interventionen behandelten auch komplexere, ­risikoreichere Patient(inn)en. Nach Korrektur für diese Variable waren Spitalmortalität und Verlauf gleich, also eben auch nicht besser!

Man kann sich auch fragen, ob Vieloperateure generell mehr Risiko eingehen und deshalb vielleicht selber ein Risiko darstellen.

Circulation 2019

Verfasst am 27.01.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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