access_time veröffentlicht 08.05.2019

Soll der p-Wert in der klinischen Testung nur noch orientierenden Wert haben?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Medizinische Kontroverse

Soll der p-Wert in der klinischen Testung nur noch orientierenden Wert haben?

08.05.2019

Eben wurde ein Vorschlag prominent publiziert, von der simplen dichotomen Entscheidung «signifikant» oder «nicht-signifikant» (basierend auf einem p-Wert) abzurücken [1]. Der Vorschlag wird auch als «Krieg ­gegen die Signifikanz» bezeichnet und ist vielfach mit unterzeichnet (n = 854!). Die p-Werte sollen nicht ganz aufgegeben werden, aber die Analyse der Studienresultate soll eher eine Diskussion eines «kompatiblen Effekts» beinhalten, um von der Alles-oder-nichts-Problematik weg­zukommen.

Eine prominente Gegenstimme [2] weist ­darauf hin, dass mit Aufweichung des Entscheides «Si­gnifikanz» der subjektiven und interessengebundenen Interpretation Tür und Tor geöffnet wird. Der Autor wäre mit einer Verschärfung des p-Wertes (kurz und bündig bereits diskutiert [3]) einverstanden respektive unterstützt das Ansinnen, weist aber darauf hin, dass eine gute Statistik unverzichtbar bleibt. Qualitätskriterien dafür sind:

– Die Studie muss prädefinierte Analysekriterien (inkl. Endpunkte) vor deren Beginn enthalten.

– Basierend darauf, soll die statistische Methode vorgängig definiert und registriert werden.

– Die Regeln, wie die Daten «gelesen» werden, sollten ebenfalls vorgängig angegeben und transparent sein.

Angeblich wird dieser Rhythmus nur in einer kleinen Zahl von Studien (Umfrage bei mehr als 300 klinischen Statistikern) auch eingehalten [4].

1 Nature 2019

2 JAMA 2019

3 Swiss Med Forum 2018

4. Annals of Internal Medicine 2018

Verfasst am 05.04.2019

ID 86486416 © Ctitze | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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