access_time veröffentlicht 10.01.2019

Totale Prostatektomie im Vorteil bei lokalisiertem Prostatakarzinom

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Totale Prostatektomie im Vorteil bei lokalisiertem Prostatakarzinom

10.01.2019

695 Patienten (im Mittel 65-jährig) mit lokalisiertem, meist in der Rektaluntersuchung (88% der Männer) palpierbarem Prostatakarzinom wurden zwischen 1989 und 1999 in zwei Gruppen eingeteilt: sogenanntes «watchful waiting» und totale Prostatektomie. In den ersten zwei Jahren nach der Diagnose/Operation wurde alle sechs Monate nachkontrolliert und danach alle zwölf Monate. Nach im Durchschnitt 23 Jahren lag die direkt mit dem Prostatakarzinom erklärbare Morta­lität in der konservativen Gruppe um absolut fast 12% höher, was einer «number needed to operate» von 8,4 entspricht. In der operierten Gruppe stieg die Morta­lität bei extrakapsulärem Wachstum (5×) und bei Gleason-Scores >7 (10×) massiv an.

Die Resultate sind eindrücklich und bei einem guten Teil der heutigen Patienten anwendbar. Bei Patienten mit einer PSA-basierten Diagnostik und nicht palpablen Tumoren aber wohl noch nicht. Auch wiederholt diese Arbeit die Beobachtung, dass eine Risikostratifizierung zum Zeitpunkt der Diagnose zur Wahl des besten Vorgehens wichtig ist.

NEJM 2018

Verfasst am 16.12.2018 auf Hinweis von PD Dr. F. Birkhäuser (Luzern).

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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