access_time veröffentlicht 14.02.2019

Welche zirkulierenden Krebszellen führen zu Metastasen oder neue Aufgabe für Digoxin?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Aus Schweizer Feder

Welche zirkulierenden Krebszellen führen zu Metastasen oder neue Aufgabe für Digoxin?

14.02.2019

Bei der hämatogenen Metastasierung wird den im Blut zirkulierenden Krebszellen –wenn diese auch sehr rar sind – eine wichtige Rolle in der Metastasenentstehung zugeteilt. Die Chance einer Metastasierung scheint zuzunehmen, wenn an Stelle von Einzelkämpfern ganze Gruppen von neoplastischen Zellen, quasi kleinste Zellverbände («clusters»), zirkulieren.

Forscher der Uni ­Basel zeigen, dass die Zellen von Patient(inn)en mit Mam­makarzinom in den «clusters» ein charakteristisches Fehlen von Methyl(CH3)-Gruppen (sog. Hypo­methy­lierung) ihrer DNA aufweisen, ein Merkmal wie es unreife, embyronale Zellen haben. Unter den 2486 (!) ­geprüften, von der «Food and Drug Administration» (FDA) zugelassenen Medikamenten fanden die Autor­(inn)en, dass Hemmer der ubiquitären Na/K-ATP­ase (also namentlich Digoxin oder Ouabain) die Methylierung verbessern, die Cluster-Bildung vermindern (namentlich das Loslösen dieser «clusters» aus dem Primärtumor) und in einem Mausmodell auch die Metastasenbildung hemmen. Der Mechanismus dürfte in der Verhinderung von Zell-Zell-Kontakten (-Bindungen) und damit von Cluster-Bildungen liegen.

Cell 2019

Verfasst am 12.01.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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