access_time veröffentlicht 05.04.2019

Zusammen geht`s besser

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Für Ärztinnen und Ärzte am Spital

Zusammen geht`s besser

05.04.2019

Kurz und bündig ist es manchmal erfreulich und be­ruhigend zu sehen, dass Dinge, die man im Alltag und in der täglichen Erfahrung als gegeben annimmt, auch «bewiesen» werden. Eine bunte Auswahl von insgesamt über 2000 Ober- und Assistenzärzt(inn)en sowie Medizinstudent(inn)en musste klinische Probleme (n = 1572) diagnostisch lösen. In einer Gruppe überlegten die Studienteilnehmer(inn)en individuell im stillen Kämmerlein mit Zugang zu jeder erdenklichen Infor­mationsquelle, in der anderen Gruppe wurden die Fälle gemeinsam (2–9 Personen) gelöst.

Die korrekte Dia­gnose wurde von den allein arbeitenden Studien­teil­nehmer(inn)en in 62,5% der Fälle, von der Gruppe (mit 9 Studienteilnehmer[inn]en) jedoch in 85,5% gestellt, das heisst einer «number needed to diagnose» (also eine korrekte Diagnose mehr) von lediglich etwa 4 entsprechend.

Wieder ein Argument für Falldiskus­sionen noch nicht gelöster Fälle (im Gegensatz zu Falldemonstrationen) und die vielerorts leider aufgegebenen gemeinsamen Visiten! Pflegefachpersonen wurden in der Studie nicht einbezogen, sind aber wichtige (unterschätzte?) Pfeiler der klinischen Dia­gnostik.

JAMA Netw Open 2019

Verfasst am 12.03.2019

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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