Replique

Replik

DOI: https://doi.org/10.4414/fms.2020.08507
Date de publication: 22.04.2020
Forum Med Suisse. 2020;20(1718):304

Dr. med. Ines Raineria,

Prof. Dr. med. Massimo Bongiovannib,

Prof. Dr. med. Beata Bode-Lesniewskac,

PD Dr. med. Peter Bodec,

Prof. Dr. med. Lukas Bubendorfd,

Dr. med. Sandra Kilgusa,

PD Dr. med. Kirsten Mertze,

Prof. Dr. med. Ellen C. Obermannf,

Dr. med. Jörg Obwegeserg,

PD Dr. med. Spasenjia Savicd,

PD Dr. med. Anja Schmitth,

Dr. med. Tatjana Vlajnicd,

Dr. med. Roland Zweifeli

a) Institut für Pathologie medica, Zürich

b) Synlab, Suisse SA

c) Institut für Pathologie und Molekularpathologie, UniversitätsSpital Zürich;

d) Institut für Medizinische Genetik und Patho­logie, Universitätsspital Basel

e) Institut für Pathologie, Kantonsspital Baselland

f) Universität Basel

g) Gyno Obwegeser AG, Zürich

h) Pathologikum Zürich

i) Institut für Pathologie, Kantonsspital Aarau

Replik

Mit grossem Interesse haben wir als Autorinnen und Autoren des Artikels «Zervixkarzinomvorsorge: primäres HPV-Screening versus Zytologie» [1] die Darstellungen von Herrn Prof. Pétignat und Kollegen [2] gelesen. Als Zytopatholog(inn)en können wir nur noch einmal festhalten, dass wir nicht fundamental gegen ein primäres Screening auf humane Papillomaviren (HPV) sind, solange es in einem gut organisierten Screening-Programm basierend auf internationalen Richt­linien mit entsprechend angepassten Screening-Intervallen stattfindet. In der Schweiz fehlen derzeit ­Bestrebungen, ein organisiertes Screening einzuführen, das die Hochrisikogruppe von bisher nicht gescreenten Personen besser erfassen würde und das die Basis eines erfolgreichen primären HPV-Screenings ist, wie in zahlreichen Studien gezeigt wurde. Auf unsere Argumente geht der Artikel von Herrn Prof. Pétignat und Kollegen nicht ein, sondern reduziert die Diskussion auf angebliche wirtschaftliche Motive der Zytopatholog(inn)en – diesmal wird der Schutz der Arbeitsplätze der Zytotechniker/innen angeführt. Dazu muss man anmerken, dass die Ausbildung dieser Berufsgruppe in der Schweiz mit ­derjenigern in anderen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, nicht gleichgesetzt werden kann. Der Grossteil der Schweizer ­Zytotechniker/innen hat die Ausbildung als «Experte/in biomedizinischer Analytik HF» abgeschlossen und kann so – ohne Umschulung – in anderen Gebieten der Labordia­gnostik tätig werden, was Herrn Prof. Péti­gnat und Kollegen offensichtlich nicht bekannt ist. Es ist bedauerlich, dass in der Schweiz im Unterschied zu anderen Ländern wie beispielsweise den USA offensichtlich kein Wille besteht, eine sachliche Diskussion zwischen den im zervikalen Screening involvierten Fachgruppen zu führen.

Disclosure statement

Die Autoren haben keine finanziellen oder persön­lichen Verbindungen im Zusammenhang mit diesem Beitrag deklariert.

Crédits

Image d'en-tête: © Thomas Gowanlock | Dreamstime.com

Literatur

1 Raineri I, Bongiovanni M, Bode-Lesniewska B, Bode PK, Bubendorf L, Kilgus S, et al. Zervixkarzinom­vorsorge: primäres HPV-Screening versus Zytologie. Swiss Med Forum. 2019;19(37–38):608–10.

2 Vassilakos P, Jacot-Guillarmod M, Polli C, Kind A, Frey Tirri B, Petignat P. Test HPV pour le dépistage du cancer du col utérin: La réticence des cyto­pathologistes suisses aux nouvelles recommandations est-elle justifiée? Swiss Med Forum. 2020;20(17–18):303–4.

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