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«Hausarztmedizin bis zuletzt»

Hausarztmedizin bis zuletzt

Ihre Rubrik «Kurz und bündig» gehört seit Jahren in unserem Qualitätszirkel zu unserer Lieblingslektüre, weil sie effizientester und anregendster Form der ärztlichen Fortbildung entspricht. Der Titel Ihres Journal Clubs im Swiss Medical Forum wird inzwischen schon von anderen Fachzeitschriften imitiert, allerdings mit wenig Ähnlichkeit zu Ihren intelligenten Zusammenfassungen und Kommentaren ... 

Diesmal fühle ich jedoch eine leise Enttäuschung, wenn Sie den Kurzbericht über die inzwischen schon recht populäre JAMA-Studie [1] über die Verhinderung des Sterberöchelns mit Scopolamin s.c. unter die Überschrift «Für Ärztinnen und Ärzte am Spital» stellen. Bei einer Patientin mit metastasiertem Tumorleiden, deren Sterben zuhause ich vor Kurzem auf ihren eigenen Wunsch begleitete – wobei auch die Angehörigen grundsätzlich damit einverstanden waren –, wurde genau das ein wichtiges Thema: die Angst der Angehörigen, die karchelnde Patientin leide unter Atemnot, die Frage nach dem Absaugen vonseiten der Spitex, zuletzt die Überzeugung, dass der Tod durch Ersticken eingetreten sei – was ja gemäss Studie vielleicht zutrifft. Scopolamin haben wir nicht eingesetzt, aber es wäre möglicherweise eine Hilfe gewesen, die pflegenden Angehörigen und mich als Hausärztin wirksam zu entlasten.

Was ich damit sagen will: Es gibt die Hausarztmedizin noch, mitten in der Stadt und bis zuletzt.

Die Autorin hat deklariert, keine finanziellen oder persönlichen Verbindungen im Zusammenhang mit diesem Beitrag zu haben.

Image d'en-tête: © Thomas Gowanlock | Dreamstime.com

1 van Esch HJ, van Zuylen L, Geijteman ECT, Oomen-de Hoop E, Huisman BAA, Noordzij-Nooteboom HS, et al. Effect of Prophylactic Subcutaneous Scopolamine Butylbromide on Death Rattle in Patients at the End of Life: The SILENCE Randomized Clinical Trial. JAMA. 2021;326(13):1268–76.

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