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Replik

Wir danken unseren Kolleg:innen aus Yverdon-les-Bains herzlich für ihr Interesse und die hilfreichen, ausführlichen Kommentare und Ergänzungen zu unserem Artikel [1].

Wir gehen mit Roulet et al. einig, dass eine schlechte Medikamentencompliance ein häufiger Grund einer unzureichend eingestellten Hypertonie ist. Es gibt aber andere, die sich, einer Empfehlung der Proff. Noll und Ruschitzka (universitäres Herzzentrum, Universitätsspital Zürich) folgend, mit dem Akronym RADIO4 zusammenfassen lassen:

– office Resistance (Weisskittelhypertonie);

Adherence (mangelnde Compliance);

Drug Interference (nichtsteroidale Antirheumatika u.a.);

Obesity;

Obstruktives Schlafapnoesyndrom;

Other causes wie Hyperaldosteronismus oder renovaskuläre respektive renal parenchymatöse Erkrankungen;

Optimize therapy (Kombination ACE-Hemmer, Kalziumkanalblocker und Diuretikum in maximal tolerierter Dosis, schliesslich Viertlinientherapie).

Die tabellarische Darstellung von Medikamenten, die mit einer medikamentösen Blutdruckeinstellung interferieren, ist korrekt. ­Erwähnen könnte man noch die Lakritze-­Bonbons, die via eine mineralokortikoide Wirkung den Blutdruck steigern. Allerdings ist sehr umstritten, ob der Genuss von koffeinhaltigen Getränken, insbesondere Kaffee, zu erhöhten Blutdruckwerten führt [2].

Die Nifedipin retard 20 mg Tabletten der Firma Mepha können bei Patient:innen, die via Magensonde ernährt werden müssen, in Wasser aufgeschlemmt (nicht gemörsert) ­werden. Die Retardierung entsteht durch schlechte Wasserlöslichkeit des Wirkstoffes, nicht durch ein galenisches Retardierungsprinzip der Tablette. Weil der Wirkstoff lichtempfindlich ist, sollten die aufgeschlemmten Tabletten rasch verabreicht werden. Wir danken den Autor:innen für die Bestätigung unserer Empfehlung, sublinguales Nifedipin nicht zu verwenden, weil dadurch ein zu ­rascher und zu starker Blutdruckabfall zu ­erwarten ist.

Der unkritische Einsatz von Nitroglycerinpräparaten sollte unseres Erachtens vermieden werden. Nitroglycerin senkt vor allem die ­Vorlast und unterliegt einer Tachyphylaxie. ­Ni­troglycerin ist sinnvoll bei der Be­handlung von Patient:innen mit arterieller Hypertonie und akutem koronarem Syndrom. In allen ­übrigen Fällen empfehlen wir die in der ­Tabelle 2 unseres Artikels angegebenen Varianten. Nur bei Vorliegen eines hypertensiven Notfalls kommen rascher wirksame, intravenös applizierte Medikamente zum Zug.

a Chefarzt, Medizinische Klinik, Spital Limmattal, Schlieren

b Assistenzärztin, z.Z. Kantonsspital St. Gallen, St. Gallen

c Leitender Arzt, Kardiologie, Spital Limmattal, Schlieren

Die Autoren haben deklariert, keine finanziellen oder persönlichen Verbindungen im Zusammenhang mit diesem Beitrag zu haben.

Image d'en-tête: © Thomas Gowanlock | Dreamstime.com;

1 Roulet L, Benoit E, Pagin M. Prise en charge de la crise hypertensive relative: se poser les bonnes questions, choisir le bon traitement. Swiss Med ­Forum. 2022;22(17–18):303–4.
2 Steffen M, Kuhle C, Hensrud D, Erwin PJ, Murad MH. The effect of coffee consumption on blood pressure and the development of hypertension: a systematic review and meta-analysis. J Hypertens. 2012;30(12):2245–54.

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