access_time veröffentlicht 05.11.2020

Aussagen gegen jede statistische Evidenz

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Aussagen gegen jede statistische Evidenz

05.11.2020

Einer der Schwanengesänge auf eine statistisch nicht signifikant ausgefallene Studie (selbst wenn ein sehr moderates p von lediglich <0,05 gewählt wird), ist oft, dass ein Trend zu … bestehe. Damit wird suggeriert, dass doch etwas daran sein könnte.

Jüngstes Beispiel ist die randomisiert kontrollierte ­Untersuchung (sog. Generation-100-Studie aus Norwegen) des Effektes eines Übungsprogrammes mittlerer und hoher Intensität auf die Mortalität etwa 72-jähriger Senior(inn)en (geschlechtsmässig gleichverteilt). Keine der beiden Gruppen wies gegenüber der sich nach eigenem Gutdünken bewegenden Gruppe statistische Vorteile bezüglich des primären Endpunktes, der Mortalität jeglicher Ursache, auf. Bedenklich ist die affirmative Wortwahl: «All cause mortality was 37% lower in the high intenstiy group compared to controls and 49% lower when high intensity was compared with medium intensity. These differences were not statistically significant».

Im gleichen Heft kommen die Autor(inn)en nochmals zu Wort und sprechen – durch nichts gebremst – die allgemeinen Nutzen auf die Gesundheit an. Zumindest haben sie Pech gehabt: nämlich den falschen Endpunkt gewählt.

 

BMJ 2020, doi.org/10.1136/bmj.m3485

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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