access_time veröffentlicht 03.11.2020

Autoantikörper gegen Interferone als Risiko­faktor für einen schweren COVID-19-Verlauf

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Autoantikörper gegen Interferone als Risiko­faktor für einen schweren COVID-19-Verlauf

03.11.2020

Das Spektrum der klinischen Symptomatologie (quantitativ, aber auch qualitativ) bei einem SARS-CoV-2-Infekt ist enorm, von asymptomatisch bis lebensbedrohlich. In einer Subgruppe von 101 von insgesamt knapp 1000 Patient(inn)en mit lebensbedrohlicher COVID-19-Pneumonie wurden neutralisierende IgG Autoantikörper gegen verschiedene Mitglieder der Interferongruppe (Typ I) gefunden, die bei asymptomatischen und milden Verläufen (n = 663) nicht vorhanden ­waren. In vitro war nachweisbar, dass diese Autoantikörper die Fähigkeit dieser Interferone, eine SARS-CoV-2-Infektion zu blockieren, hemmten. Anscheinend liegen genetisch bedingte, also vorbestehende Variabilitäten der Interferonimmunität vor, die sich im Krankheitsfall auf diese Art manifestieren können.

Ein ähnlicher Mechanismus erklärt auch einen Teil der schwereren klinischen Verläufe bei Tuberkulose und Staphylokokkeninfekten. Die Messung von solchen Autoantikörpern könnte also prognostisch und zur ­Individualisierung der Therapie wichtig werden, bei SARS-CoV-2, aber auch anderen Infektionskrankheiten.

 

Science 2020, doi.org/10.1126/science.abd4585

© CDC/ Hannah A Bullock, Azaibi Tamin

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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