access_time veröffentlicht 03.09.2020

COVID-19: therapeutische Zytokin-Hemmungen

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

COVID-19: therapeutische Zytokin-Hemmungen

03.09.2020

Coronaviren, insbesondere SARS-CoV-2, können eine extreme Entzündungsantwort des Wirtes mit Ausschüttung von unter anderem Interleukin-1, Interleukin-6 und TNF-alpha hervorrufen. Diese Immunstimulation wird als hauptverantwortlich für das SARS-CoV-2-induzierte akute Atemnotsyndrom (ARDS) und die systemische Entzündungsreaktion, beispielsweise bei Kindern, angesehen.

Der therapeutische Nutzen des unspezifisch wirkenden Dexamethasons bekommt immer mehr experimentelle Basis. Die Anwendung eines Interleukin-6- oder eines Interleukin-1-Rezeptorantagonisten (Tocilizumab respektive Anakinra) vermochte nach ersten Berichten den Verlauf von mit COVID-19 assoziiertem ARDS bei guter Verträglichkeit zu verbessern [1, 2].

Wie immer sind zur Prüfung des effektiven Nutzens dann prospektive, kontrollierte Interventionsstudien nötig. Im Fall des Tocilizumab fiel diese Testung nach erster Einschätzung eher enttäuschend aus [3].

 

  1. Guaraldi G , Meschiari M, Cozzi-Lepri A, et al. Tocilizumab in patients with severe COVID-19: a retrospective cohort study. Lancet Rheumatol. 2020 Aug;2(8):e474-e484. Epub 2020 Jun 24.
  2. Huet T, Beaussier H, Voisin O, et al. Anakinra for severe forms of COVID-19: a cohort study. Lancet Rheumatol. 2020 Jul;2(7):e393-e400. Epub 2020 May 29.
  3. Media & Investor Release. Roche provides an update on the phase III COVACTA trial of Actemra/RoActemra in hospitalised patients with severe COVID-19 associated pneumonia.

Foto: BSIP SA, Alamy Stock Photo

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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