access_time veröffentlicht 09.06.2020

Erfolg nichtpharmakologischer Schutzmassnahmen in der Schweiz

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Erfolg nichtpharmakologischer Schutzmassnahmen in der Schweiz

09.06.2020

Diese Schweizer Arbeit bestätigt den hochwirksamen Effekt der sogenannten nichtpharmakologischen Schutzmassnahmen (Versammlungseinschränkung, geschlossene Schulen etc.) und zeigt die zeitlich verschobene Assoziation mit Infektionsraten, Hospitalisationen und Intensivstationsaufnahmen in verschiedenen Kantonen der Schweiz (siehe Figur 1 der Studie). Laut dieser Arbeit fiel der sogenannte R0-Wert (durchschnittliche Zahl von Ansteckungen pro COVID-19-Patient, sog. «basic infection rate») innert eines Monats von median 2,8 (mit grossen Schwankungen) auf median 0,4. Da mutmasslich mehr als 9 von 10 Schweizer/innen auch nach dieser «Welle» erneut mit SARS-CoV-2 infiziert werden können, kommt diesen Massnahmen in Zukunft grosse Bedeutung zu.

Wie Politik und Bevölkerung allerdings mit der Implementation und/oder der Anwendung anderer Strategien umgehen sollten, muss vorschauend bald geklärt werden. Kurz und bündig gehen wir davon aus, dass ein weiterer genereller Lockdown in verschiedenen Lebensbereichen nicht verkraftbar wäre, zumal wir die Langzeitfolgen des aktuellen noch gar nicht richtig abschätzen können.

Lemaitre J, Perez-Saez J, Azman A, et al. Assessing the impact of non-pharmaceutical interventions on SARS-CoV-2 transmission in Switzerland. Swiss Med Wkly. 2020 May 30;150:w20295. eCollection 2020 May 18.

© Gebe5555 | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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