access_time veröffentlicht 09.09.2020

Hatten die Grossmütter recht?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Hatten die Grossmütter recht?

09.09.2020

In Vorbereitung auf die kältere Jahreszeit findet eine Metaanalyse/systematische Review, dass Honig sowohl die Hustendauer als auch die Hustenintensität bei oberen Atemwegsinfekten reduziert.

14 kontrollierte, randomisierte Studien konnten ausgewertet werden, 9 davon bei Kindern; leider waren nur 2 durch einen Plazebo-Arm kontrolliert. Die verwendeten Honigmittel (reiner Honig, dominante pflanzliche Herkunft des Honigs, Honig enthaltende Präparate) waren heterogen [1].

Angesichts der seltenen Nebenwirkungen* sei kurz und bündig methodisch nicht zu streng geurteilt. Zu hoffen, dass eine gut propagierte Honigverschreibung durch die Ärztinnen und Ärzte die Angehörigen/Patient(inn)en überzeugt, dass kein – bei dieser Krankheit sowieso fast nie indiziertes – Antibiotikum verschrieben werden muss. Eine Analyse der Cochrane-Datenbasis ist zu vergleichbaren Schlussfolgerungen gekommen [2].

* Dazu sind aber auch die Stichverletzungen der Imker sowie bakterielle und toxische Kontaminationen zu rechnen!

 

  1. Abuelgasim H, Albury C, Lee J. Effectiveness of honey for symptomatic relief in upper respiratory tract infections: a systematic review and meta-analysis. BMJ Evid Based Med. 2020 Aug 18;bmjebm-2020-111336.
  2. Oduwole O, Meremikwu MM, Oyo-Ita A, et al. Honey for acute cough in children. Cochrane Database Syst Rev. 2014, Dec 23;(12):CD007094.

© Juefraphoto | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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