access_time veröffentlicht 09.09.2020

Magenbypass: Wie kommt die metabolische Verbesserung zustande?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Magenbypass: Wie kommt die metabolische Verbesserung zustande?

09.09.2020

Die Remission des Diabetes mellitus Typ 2 nach Magen­bypass war bislang nicht ganz geklärt: Könnten neben dem Gewichtsverlust noch Änderungen im intestinalen Mikrobiom, im Gallensäurenmetabolismus, bei den intestinalen glukoregulierenden Peptiden (Glukagon, gastrointestinales Peptid) oder gar hypophysäre Peptide (Neuropeptid Y, Ghrelin) eine Rolle spielen?

Es scheint ganz einfach: Es ist der Gewichtsverlust allein! Insulinproduktion (Erholung der Beta-Zellen) und Insulinsensitivität verbesserten sich bei operierten und nicht operierten Patienten gleichermassen. Der Gewichtsverlust hatte in den beiden Gruppen 18% betragen, der initiale Body-Mass-Index war mit etwa 43 kg/m2 identisch gewesen. Die Studien etablieren die Bypassoperation also als rein symptomatische Therapie, die aber auch einen Überlebensvorteil – wenn auch zum Preis einer ­invasiven Intervention – mit sich bringt. Anders ausgedrückt: Hoffnung für bessere medikamentöse/diätetische/­verhaltenstherapeutische Methoden zur Gewichts­reduktion.

 

Yoshino M, Kayser BD, Yoshino J, et al. Effects of Diet versus Gastric Bypass on Metabolic Function in Diabetes. N Engl J Med. 2020 Aug 20;383(8):721-732.

© Wanida Prapan | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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