access_time veröffentlicht 26.05.2020

Monoklonale Antikörper gegen das SARS-CoV-2-S(pike)-Protein

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Monoklonale Antikörper gegen das SARS-CoV-2-S(pike)-Protein

26.05.2020

Das S(pike)-Glykoprotein ist zentral für die Pathogenizität des SARS-CoV-2 kraft seiner Eigenschaft, sich an das humane «angiotensin converting enzyme 2» (hACE-2) zu binden. Dieses Glykoprotein ist Ziel neutralisierender Antikörper und therapeutischer Versuche mit monoklonalen Antikörpern. In einer vorwiegend im Tessin durchgeführten Studie wurden 2003 menschliche, breit und stark wirksame, neutralisierende monoklonale Antikörper einer damals mit SARS-Coronaviren infizierten Person gefunden. Neu wurden nun monoklonale Antikörper aus Memory-Zellen aus dem Jahre 2013 desselben Individuums (10 Jahre nach dessen SARS-Erkrankung) untersucht. Ein Antikörper (S309) gerichtet gegen ein stark konserviertes Epitop auf dem S(pike)-Protein erwies sich als stark neutralisierend für verschiedene Coronaviren inklusive SARS-CoV-2. Eine Kombination dieses hochspezifischen Antikörpers mit weniger spezifischen Antikörpern verstärkte die Neutralisierungspotenz. Die Forscher (sie sprechen von Antikörper-Cocktails) erhoffen sich, dass dadurch ein Entrinnen dieser Viren (z.B. durch Mutationen) von dieser Neutralisierung unwahrscheinlicher wird. Mittels molekularer Variationen (im sog. Fc-Fragment) dieses S309-Antikörpers werden die Halbwertszeit und die Neutralisierung verlängert respektive verstärkt und gehen in die klinische Evaluation.

Pinto D , Park Y-J, Beltramello M, et al. Cross-neutralization of SARS-CoV-2 by a human monoclonal SARS-CoV antibody. Nature. 2020 May 18. Online ahead of print.

Foto: BSIP SA, Alamy Stock Photo

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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