access_time veröffentlicht 22.09.2020

Neue chirurgische Option für das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Neue chirurgische Option für das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom

22.09.2020

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom OSAS mit den Hauptrisikofaktoren Adipositas, Alter und männliches Geschlecht hat bei Männern eine Prävalenz von gegen 10%, bei Frauen von um 5 %. Durch wiederholten Kollaps der Atemwege kommt es zu Hypoxie, wenig erholsamem Schlaf und einer Erhöhung des kardiovaskulären Risikos. Durch kontinuierlich positiven Luftwegsdruck (continuos positive airway pressure, cPAP) mittels einer Maske kann das OSAS oft gut behandelt werden. Die Maske stösst aber nicht bei allen Patienten auf grosse Popularität, die Compliance wird auf nur etwa 50% geschätzt. Die in dieser Situation bisher angewandten chirurgischen Methoden sind aber bezüglich Nutzen und Risiken nicht adäquat mit Kontrollen verglichen worden.

Eine neue chirurgische Methode, eine Kombination von Gaumenplastik und Volumenreduktion der Zunge, (ein sogenanntes «multilevel» Vorgehen) erwies sich bei schwereren OSAS-Formen der konservativen Therapie als überlegen. Untersucht wurden 102 adipöse, im Schnitt 45-jährige Patienten, mehr als 80% waren männlich. Die Lebensqualität und die polysomnographischen Befunde (Hypopnoe/Apnoe Index) zeigten sich nach 6 Monaten deutlich gebessert, allerdings war kein signifikanter kardiovaskulärer Nutzen (nach Massgabe der 24h Blutdruckmessung) feststellbar. Die Nebenwirkungen der chirurgischen Intervention waren relativ tief (1 postoperativer Myokardinfarkt, 1 Hospitalisation wegen Blutung). Dazu trug wahrscheinlich die einheitliche Schulung der Operateure bei.

 

MacKay S, Carney AS , Catcheside PG, et al. Effect of Multilevel Upper Airway Surgery vs Medical Management on the Apnea-Hypopnea Index and Patient-Reported Daytime Sleepiness Among Patients With Moderate or Severe Obstructive Sleep Apnea: The SAMS Randomized Clinical Trial. JAMA. 2020 Sep 4. Online ahead of print.

© Tommaso79 | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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