access_time veröffentlicht 30.06.2020

Neurologische Langzeitnebeneffekte der antenatalen Glukokortikoidtherapie

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Neurologische Langzeitnebeneffekte der antenatalen Glukokortikoidtherapie

30.06.2020

Antenatale Glukokortikoide werden der Mutter bei drohenden/vorhersehbaren Frühgeburten zur dokumentierten Reduktion von Morbidität und Mortalität des Kindes appliziert. Die Mütter vertragen bis auf relativ häufige, meist transiente Hyperglykämien diese Therapien auch im Langzeitverlauf gut. Nicht unbedingt aber ihre Kinder. Eine sehr grosse Datenbasis in Finnland mit einer Nachbeobachtung von fast sechs Jahren wurde eben ausgewertet:

Diese Therapie führte bei mehr als 12% der Kinder (Kontrollen ohne Glukokortikoide: 6,5%) zu nachweisbaren und langdauernden neurologischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten (in der Studie wurden alle Arten davon eingeschlossen). Die meisten Empfehlungen raten denn auch von einer Glukokortikoidgabe nach der 34. Schwangerschaftswoche ab, da dann das Nutzen-Risiko-Verhältnis diese Indikation nicht mehr rechtfertigen dürfte.

Räikkönen K, Gissler M, Kajantie E. Associations Between Maternal Antenatal Corticosteroid Treatment and Mental and Behavioral Disorders in Children. JAMA. 2020 May 19;323(19):1924-1933.

© Darya Petrenko | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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