access_time veröffentlicht 05.11.2020

Risiken der perkutanen Nierenbiopsie: höher als angenommen?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Risiken der perkutanen Nierenbiopsie: höher als angenommen?

05.11.2020

Seit die Nierenbiopsien unter Ultraschallkontrolle und semiautomatisch durchgeführt werden können, hat sich die frühere restriktive Praxis der Indikation (der meist intensive Diskussionen in einer interdisziplinären Fallbesprechung vorangingen) deutlich liberalisiert.

Eine Studie von französischen Nephrologen verweist nun auf die Risiken der modernen Biopsietechnik. Zwischen 2010 und 2018 wurden die Nebenwirkungen von mehr als 52 000 Biopsien von Eigennieren analysiert. Die Resultate sind leider doch einigermassen negativ überraschend: In 5% aller Fälle (2600 Patient[inn]en) folgte eine relevante Blutung, wobei in ebenfalls 5% eine Transfusion (52 Patient[inn]en) notwendig wurde. Eine relevante Blutung verdoppelte fast das Mortalitätsrisiko, wobei wohl die Blutung meist ein Zusatzfaktor und nicht die alleinige Ursache war.

Die Autoren präsentieren eine Risikobewertung («score»), die speziell hohe Blutungsrisiken voraus­sagen können soll. Hoffentlich hilft diese bei Gruppen mit hohem Risiko mit allen Mitteln zu versuchen, auch alternativ – ohne Biopsie – zur Dia­gnose zu ge­langen (sorgfältige Differentialdia­gnose, Biomarker u.a.m.).

 

Clin J Am Soc Nephrol. 2020, doi.org/10.2215/CJN.14721219

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Bloggen Sie mit!

Wollen Sie auch einen Blogbeitrag publizieren? Dann schreiben Sie uns!

Mail an Redaktion

Verpassen Sie keinen Artikel!

close