access_time veröffentlicht 23.06.2020

Rolle der Infektionsrate (Prävalenz) auf die Genauigkeit von (serologischen) Screening-Tests

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Rolle der Infektionsrate (Prävalenz) auf die Genauigkeit von (serologischen) Screening-Tests

23.06.2020

Die gegenwärtig besten IgG-Antikörper-Tests auf SARS-CoV-2 weisen Spezifitäten und Sensitivitäten von über 99% auf. Es ist deshalb nicht gleich verständlich, dass bei diesen Qualitätscharakteristika die Untersuchung eine relevante Zahl falsch positiver Resultate ergeben kann. Man muss dabei aber beachten, dass je nach untersuchter Population die Prävalenz in der Schweiz lediglich bei 3−4% liegt. Daher können auch sehr genaue Methoden – im Vergleich zur der kleinen Zahl echt positiver Tests – prozentual eine relevante Zahl falsch positiver Tests ergeben. Angesichts der klinischen Relevanz in der Zukunft sollten diese Personen also mit einem zweiten, gegen ein anderes Epitop gerichteten Antikörper untersucht werden. Damit gelingt es, die falsch positiven Resultate praktisch zu eliminieren. In der Schweiz würde dies lediglich bei zirka jedem 30. Test notwendig sein.

Eine einleuchtende, auch für Ihre Patient(inn)en graphisch verständliche Erklärung findet sich in der nachfolgenden Web-Referenz.

Lewin Frasier S. Coronavirus Antibody Tests Have a Mathematical Pitfall. Scientific American July 2020 Issue.

© Angellodeco | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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