access_time veröffentlicht 09.06.2020

T-Zell-Antwort auf SARS-CoV-2 und Kreuzreaktivität mit «common cold»-Coronaviren

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

T-Zell-Antwort auf SARS-CoV-2 und Kreuzreaktivität mit «common cold»-Coronaviren

09.06.2020

Eine Analyse der T-Zell-Antworten bei geheilten COVID-19-Patienten zeigte, dass 100% davon eine CD-4-spezifische und etwa 70% eine CD-8-spezifische zelluläre, adaptive Immunitätsantwort aufwiesen. Die Zielantigene dieser zellvermittelten Immunität betrafen das Spike-Protein (Bindungsprotein an das «angiotensin converting enzyme 2» [ACE2] und Ziel von Impfstoffen), aber auch noch eine Reihe weiterer viraler Proteine.

Interessant ist, dass die CD-4-vermittelte Antwort quantitativ mit den Anti-SARS-CoV-2-IgG- und -IgA-Antikörpertitern im Serum korrelierte. Ebenfalls von grosser Relevanz ist die Beobachtung, dass etwa 50% der nicht mit SARS-CoV-2 in Kontakt gekommenen (also nicht exponierten) Individuen gleichwohl SARS-CoV-2-reaktive CD4-Zellen aufwiesen. Diese Zellen dürften Ausdruck einer Kreuzreaktivität im Gefolge von banalen, sogenannt «common cold»-Coronaviren sein.

Ob in Analogie zu den Beobachtungen bei Influenza diese Individuen relativ vor der Infektion geschützt sind oder ob ihre Infektion milder (oder theoretisch im Rahmen einer möglichen, aggressiven Immunaktivierung auch schwerer) ausfallen wird, ist nicht bekannt.

Grifoni A, Weiskopf D , Ramirez S , et al. Targets of T Cell Responses to SARS-CoV-2 Coronavirus in Humans with COVID-19 Disease and Unexposed Individuals. Cell. 2020 May 20;S0092-8674(20)30610-3. Online ahead of print.

Bild: CDC/ C.S. Goldsmith and A. Tamin

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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