access_time veröffentlicht 21.10.2020

Welche Therapie bei «frozen shoulder»?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Welche Therapie bei «frozen shoulder»?

21.10.2020

Die durch Muskeln und Sehnen aufgebaute Schulter­gelenkskapsel entzündet sich, ätiologisch ungeklärt, bei Frozen shoulder («adhesive capsulitis»), was zu tiefsitzenden Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und sekundär zu Fibrosierung und Kontrakturen führt. Die Erkrankung kommt vorwiegend um das 60. Altersjahr vor und wird klinisch durch eine eingeschränkte, schmerzhafte, aber nicht krepitierende Limitierung der Aussenrotation diagnostiziert.

Mehr als 900 Patienten mit Frozen shoulder wurden entweder mit Physiotherapie und Steroidinfiltration, einer Mobilisierung der Schulter in Narkose mit Steroidinfiltration oder einer arthroskopischen Operation (auch in Allgemeinanästhesie, aber Steroidinfiltrationen nach Indikation des Arztes) behandelt. Nach 12 Monaten waren Funktion und Schmerzen bei allen drei Therapie­optionen etwa gleich. Interessant, dass eine Kosten­analyse in der gleichen Arbeit einen leichten Vorteil für die Mobilisation in Narkose findet. Der Analyse liegen britische und nicht schweizerische Operationssaal-Kosten zugrunde. Die Autoren empfehlen, die – allerdings mit weniger Nachbehandlungen befrachtete – Arthro­skopie als Zweitlinientherapie einzusetzen, wenn die anderen Optionen nicht befriedigend wirksam sind.

 

Lancet 2020, doi.org/10.1016/S0140-6736(20)31965-6

© Tom Wang | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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