access_time veröffentlicht 09.09.2020

Wirtsstoffwechsel und Tumormetastasierung: Eisen

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Wirtsstoffwechsel und Tumormetastasierung: Eisen

09.09.2020

Ferroptose ist ein seit knapp zehn Jahren bekannter Mechanismus des programmierten Zelltodes. In Geweben oder Körperflüssigkeiten mit hoher Eisenkonzen­tration (z.B. Blut) können (Fremd-)Zellen durch eiseninduzierte Lipidperoxidation von mehrfach ungesättigten Fettsäuren in deren Membran ausgeschaltet werden.

Primär hämatogen metastasierende Tumorzellen haben deshalb ein ziemlich schlechtes Schicksal, sie müssen auf antioxidative Hilfen, zum Beispiel durch Glutathion hoffen. Im Gegensatz zur lymphogenen Route: Maligne Melanomzellen nehmen in der Lymphe eine einfach gesättigte Fettsäure (Oleat, Bestandteil der lymphtypisch hohen Konzentration an Triglyzeriden) auf, die in der Folge wie ein Abfangjäger die mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor der Peroxidation und damit die Tumorzellen vor dem Zelltod schützt. Diese durch die Lymphe vermittelte Protektion scheint beim sekundären Übertritt der Melanomzellen ins Blut, das heisst nach Passage des regionären Lymphknotens, zu persistieren.

 

Ubellacker JM, Tasdogan A, Ramesh V, et al. Lymph protects metastasizing melanoma cells from ferroptosis. Nature. 2020 Sep;585(7823):113-118. Epub 2020 Aug 19.

© Kittipong Jirasukhanont | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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