access_time veröffentlicht 05.05.2020

Anti-SARS-CoV-2-Antikörper: Beschreibung des Titerverlaufes

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Anti-SARS-CoV-2-Antikörper: Beschreibung des Titerverlaufes

05.05.2020

Es bestehen nach wie vor grosse Unsicherheiten über viele Aspekte der Anti-SARS-CoV-2-Antikörper. Unter anderem stellen sich weiterhin folgende Fragen: Wie häufig treten sie überhaupt auf (sie sind invers abhängig von Alter und Symptomintensität), wann treten sie auf, wie lange bleiben sie nachweisbar, sind sie neutralisierend, also klinisch mutmasslich protektiv? Wie unterscheiden sich die angebotenen Tests voneinander?

Durch Verwendung eines sogenannten «double sandwich immunoassay» und zweier rekombinanter Antigene des Virus (ein Nukleoprotein und ein Peptid des sogenannten Spike-Proteins) wurden die IgM- und IgG-Antworten bei einem SARS-CoV-2-Infekt beschrieben. Seren von 285 Patient(inn)en mit COVID-19 wurden in dieser chinesischen Studie getestet. Interessant ist, dass IgM (bei vielen Infekten Zeichen der akuten Infektion) und IgG etwa gleichzeitig nachweisbar wurden (bei 1/4 der Patient[inn]en am Tag 3 nach Symptombeginn) und beide nach gut zwei Wochen ein Plateau erreichten. Laut den Autoren war ein IgG-Anstieg mit diesem Test bei 100% (!) der Patient(inn)en nach drei Wochen nachweisbar.

Aufgrund der Dynamik scheint primär die IgG-Antwort für die klinische Diagnostik geeignet, dies zusammen mit der RT-PCR («reverse transcription polymerase chain reaction») im präsymptomatischen oder frühen symptomatischen Stadium. Ebenfalls könnte dieser IgG-Nachweis bei fraglich positiven RT-PCR oder gar negativen (schlechte Entnahmetechnik bei Abstrich, präanalytische und analytische Fehler) einen wichtigen Stellenwert bekommen.

Long QX, Liu BZ, Deng HJ, et al. Antibody responses to SARS-CoV-2 in patients with COVID-19. Nat Med. 2020 Apr 29. [Epub ahead of print]

Foto: © Sloka Poojary | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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