access_time veröffentlicht 11.05.2020

Kinder weniger ansteckend?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Kinder weniger ansteckend?

11.05.2020

Als kurz und bündiger Grossvater hat mich die Aussage des Epidemiologie-Beauftragten des Bundesrates interessiert, dass es nun ohne jede «Gefahr» quasi behördlich (sic!) wieder erlaubt sei, seine Enkelkinder zu umarmen. Die Evidenz dafür ist jedoch unklar: Es gibt in der Tat einige Studien, die eine relativ geringe Ansteckung durch infizierte Kinder, die häufiger oligo- oder asymptomatisch als Erwachsene sind, suggerieren. Immer wieder wird dazu die Beobachtung eines infizierten Kindes in den französischen Alpen angeführt, das trotz ausgedehnter Kontakte keine weiteren Mitmenschen ansteckte [1]. Andere Studien kommen bezüglich der Infektiosität von Kindern zu unterschiedlichen Schlüssen und die mit RT-PCR («reverse transcription polymerase chain reaction») abgeschätzte Viruslast (genauer: RNA-Ausscheidung) von COVID-19-Patient(inn)en zeigte keine altersabhängigen Unterschiede [2].

Die Wiedereröffnung der Schulen und entsprechende qualitativ befriedigende Populationsstudien werden hier wohl wichtige Klarheit bringen (müssen).

1 Danis K, Epaulard O, Bénet T, et al. Cluster of coronavirus disease 2019 (Covid-19) in the French Alps, 2020. Clin Infect Dis. 2020 Apr 11. [Epub ahead of print]

2 Mallapaty S. How do children spread the coronavirus? The science still isn't clear. Nature. 2020 May 7. [Epub ahead of print]

Foto: © Natalia Khimich | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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