access_time veröffentlicht 28.04.2020

Polyradikulitis bei COVID-19

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Polyradikulitis bei COVID-19

28.04.2020

Beobachtungen aus Norditalien (5 Patienten) [1] und aus Spanien (2 Patienten) [2] zeigen, dass COVID-19 als weitere Ursache einer Polyradikulitis (Guillain-Barré-Syndrom) und einer kranialen Radikulitis (in einem Fall mit typischem Miller-Fisher-Syndrom, d.h. Ophthalmoplegie, Ataxie und Areflexie) zur Kenntnis genommen werden muss. Andere wichtige infektassoziierte Ursachen einer Polyradikulitis sind bekanntermassen Campylobacter jejuni, Epstein-Barr-Virus, Zytomegalie-Virus, Zika-Virus und HIV. Der Liquor zeigte in den jetzt publizierten Fällen die typische «dissociation cyto-albuminique», war aber in allen untersuchten Fällen RT-PCR*-negativ, was die Hypothese einer immunologischen «Kreuzreaktion» stützt. Die polyradikulitischen Symptome traten 5–10 Tage nach Auftreten der ersten COVID-19-Symptome auf.

* «reverse transcription polymerase chain reaction»

  1. Toscano G, Palmerini F, Ravaglia S et al. Guillain–Barré Syndrome Associated with SARS-CoV-2. N Engl J Med. 2020 Apr 17.
  2. Gutiérrez-Ortiz C, Méndez A, Rodrigo-Rey S et al. Miller Fisher Syndrome and polyneuritis cranialis in COVID-19. Neurology 2020 Apr 17 [Epub ahead of print].


Foto: CDC / C.S. Goldsmith and A. Tamin

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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