access_time veröffentlicht 14.04.2020

Wann soll bei einer oberen gastrointestinalen Blutung endoskopiert werden?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Wann soll bei einer oberen gastrointestinalen Blutung endoskopiert werden?

14.04.2020

In COVID-19-Zeiten ist es aufwendiger und zeitraubender, eine Notfallendoskopie frühzeitig durchzuführen, weshalb die folgende Information beruhigend sein kann [1]: In einer Population von je etwa 250 Patient(inn)en aus Hong Kong mit oberer gastrointestinaler Blutung mit Meläna und/oder Hämatemesis war die notfallmässige Endoskopie (innerhalb von 6 Stunden) der planbareren (zwischen 6 und 24 Stunden) bezüglich der 30-Tage-Mortalität (8,9% bei der notfallmässigen, 6,6% bei der späteren Intervention, nicht signifikant) nicht überlegen. Dies selbst bei Patient(inn)en mit hohem Risiko für Blutungsrezidive und Mortalität. Diese wurden mit dem sogenannten Glasgow-Blatchford-Score (systolischer Blutdruck, Puls, Hämoglobin- und Harnstoffkonzentrationen) abgeschätzt. Bei möglichen Werten zwischen 0 und 23 mussten die Studienteilnehmer/innen einen solchen von >12 (also schwerere Formen) aufweisen. Der Score kann online berechnet werden [2].

  1. Lau JYW, Yu Y, Tang RSY, Chan HCH, Yip HC, Chan SM, et al. Timing of endoscopy for acute ipper gastrointestinal bleeding. N Engl J Med. 2020;382(14):1299-1308.

  2. https://www.mdcalc.com/glasgow-blatchford-bleeding-score-gbs

Foto:  © Viorel Dudau | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Bloggen Sie mit!

Wollen Sie auch einen Blogbeitrag publizieren? Dann schreiben Sie uns!

Mail an Redaktion

Verpassen Sie keinen Artikel!

close