access_time veröffentlicht 09.10.2017

Blutdruckdokumentation nach Beginn antihypertensiver Therapie

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Blutdruckdokumentation nach Beginn antihypertensiver Therapie

09.10.2017

Die 2002 publizierte AllHAT-(Anti­hypertensive and Lipid-Lowering treat­ment to prevent heart attack trial-)Studie hatte bei 39 763 Studienteilnehmern gezeigt, dass unter den getesteten Antihypertensiva die Thiazide (= Chlorthalidon) im Vergleich zu Lisinopril oder Amlodipin einen signifikant besseren Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen boten und billiger waren. In einer weiteren Analyse dieser Pa­tienten zeigte sich jetzt, dass 85,5% innerhalb des ersten Monats eine signifikante Blutdrucksenkung aufwiesen, während bei 14,5% im ersten Monat kein Ansprechen und dann erst ein über Monate sich erstreckender Blutdruckabfall beobachtet wurde. Unter Chlor­thalidon war die Chance, dass der Blutdruck bereits innerhalb des ersten Monats abfiel, signifikant höher. Sie ist relevant für die Pro­gnose: Patienten mit verzögertem Blutdruck­abfall («non-immediate responders» in der Sprache der Autoren) entwickelten in den ­Folgejahren signifikant mehr Schlaganfälle, Herzinsuffizienz und arterielle Gefässkrankheiten. Die Ursachen dafür sind noch nicht ganz klar: Vorbestehende, aber noch nicht dia­gnostizierte Herzinsuffizienz, genetische Varianten mit unterschiedlicher Wirkung der Antihypertensiva, fortgeschrittene Gefässerkrankung wie erhöhte Gefässsteifigkeit oder sekundäre Hypertonieformen.

Praktisch gesehen brauchen solche Patienten wahrscheinlich eine engere Betreuung und Kontrolle sowie noch intensivere Beeinflussung modifizierbarer Risikofaktoren.

Und: Wieder mehr die Thiazide in der Blutdruckbehandlung berücksichtigen?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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