access_time veröffentlicht 06.06.2019

Identifikation des Capsaicin-Rezeptors als hitzeaktivierter Ionenkanal

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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Identifikation des Capsaicin-Rezeptors als hitzeaktivierter Ionenkanal

06.06.2019

Capsaicin ist ein natürliches Produkt aus den Pfefferschoten. Wie bei anderen nozizeptiven Stimuli wird zuerst eine neuronale Aktivierung mit Schmerzen ­sowie eine Ausschüttung entzündlicher Mediatoren ausgelöst. Bei verlängerter Anwendung werden die Schmerzrezeptoren gegenüber Capsaicin und anderen Schmerzreizen unempflindlich. Da es keine Informa­tionen über die Natur eines Capsaicin-Rezeptors gab, mussten die Forscher auf das damals übliche, aber aufwändige «expression cloning» zurückgreifen.

Man isoliert dabei Kandidaten-DNA, injiziert sie in ein zelluläres Expressionssystem (z.B. Oozyten) und misst die biologische Antwort (in diesem Falle fluoreszenz­optisch den Kalziumeinstrom). Hat man die erwartete biologische Antwort gefunden, kann die detaillierte Sequenzierung und Klonierung des Gens erfolgen. Auf diese Weise konnte der Capsaicin-Rezeptor gefunden werden. Als Nebenprodukt entdeckte man, dass dieser auch durch thermische Stimuli aktiviert wird, also in der Schmerzübermittlung etwa bei Verbrennungen wichtig ist.

Mit fast 5500 Zitationen (Selbstzitationen abgezogen) gehört diese Arbeit zu den meistzitierten der Schmerzforschung.

Nature 1997

Verfasst am 07.05.2019.

Bildnachweis © Frank Chang | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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