access_time veröffentlicht 15.05.2018

Vermindern Statine die Sepsismortalität?

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Für ÄrztInnen am Spital

Vermindern Statine die Sepsismortalität?

15.05.2018

Es ist zwar etwas ruhiger geworden um die einstmals Hochkonjunktur feiernden sogenannten pleotrophen (d.h. nicht direkt mit der LDL-Senkung verbundenen) Effekte der Statine. Seit Langem wird über einen Effekt auf die Sepsis und die damit verbundene Mortalität spekuliert, unter anderem auch basierend auf In-vitro-Studien, die eine bakterizide, aber nach Einzelsubstanz unterschiedliche Wirkung nachwiesen.

Was wir relativ definitiv wissen, ist, dass ein akuter Beginn der Statingabe bei Sepsisverdacht keinen Vorteil bringt. Wie steht es mit PatientInnen, die bereits seit Längerem diese Medikamente einnehmen?

Gemäss einer Studie aus Taiwan ist die Mor­talität infolge Sepsis bei PatientInnen mit chronischer Statinverordnung nach 30 und 90 Tagen signifikant tiefer (Atorvastatin und Simvastatin, nicht bei Rosuvastatin).

Probleme in der Interpretation: Statine werden wahrscheinlich eher von gesundhheitsbewussten, allenfalls in der Tat gesünderen Pa­tientInnen auch eingenommen, vor allem in primärprophylaktischer Indikation.

Auch ist unklar, wer die Statine in welcher Frequenz auch tatsächlich eingenommen hat.

Chest. 2018;153(4);805–15.

Verfasst am 13.04.2018

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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