access_time veröffentlicht 30.05.2019

Verminderter Geruchssinn

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Verminderter Geruchssinn

30.05.2019

Die meisten bislang publizierten Studien haben eine Assoziation zwischen neurodegenerativen Erkrankungen (in erster Linie Morbus Parkinson und Alzheimer, aber auch Huntington) und Hyposomie/Anosmie gezeigt. Ein verminderter Geruchssinn scheint auch ­einen schnelleren Abfall der kognitiven Leistung voraus­sagen zu können [1].

Nicht ganz überraschend deshalb, dass nun auch eine Assoziation mit erhöhter Mortalität bei älteren Patient(inn)en gezeigt wurde, die noch zuhause leben [2]. Bei knapp 2300 Patient(inn)en (bei Einschluss 71–82-jährig) fanden man eine um durchschnittlich 50% höhere Mortalität innerhalb der folgenden zehn Jahre, falls eine Hyposmie vorlag. Der ­Geruchssinn wurde mit einem auch in der Praxis anwendbaren, einfachen Test («brief smell identification test» [BSIT], [3]) objektiviert. Die Studie fand, etwas verwunderlich, dass die negative Prognose vor allem bei Proband(inn)en eintrat, die beim Einschluss als relativ gesund angesehen wurden.

Die Autoren folgern, dass neurodegenerative (und neoplastische) Erkrankungen, für einen guten Teil der, aber nicht die gesamte negative Prognose verantwortlich sein dürften.

1 Neurology 2019

2 Ann Intern Med 2019

3 Larnyngoscope 1996

Verfasst am 06.05.2019

Bild: ID 44794 © Absolut_photos | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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