access_time veröffentlicht 13.10.2020

Enttäuschende Wirkung intestinaler Phosphatbinder bei chronischer ­Niereninsuffizienz

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Enttäuschende Wirkung intestinaler Phosphatbinder bei chronischer ­Niereninsuffizienz

13.10.2020

Obwohl generell verschrieben und Bestandteil wohl ­aller fachlicher Guidelines war die Evidenz für einen Nutzen der intestinalen Phosphatbinder schon bislang sehr dünn. In der multinationalen Improve-CKD-Studie wurde der Effekt des nicht kalziumhaltigen Phosphatbinders Lanthanum (3× 500 mg p.o.) plazebokontrolliert auf den Phosphatmetabolismus und Surrogatendpunkte der vaskulären Phosphattoxizität (Aortenklappenverkalkung, Gefässsteifigkeit durch Messung der Pulswellengeschwindigkeit) untersucht. Nach zwei Jahren Therapie (knapp je 140 Patient[inn]en in beiden Gruppen, eGFR zu Beginn etwa 26 ml/min, Durchschnittsalter 63 Jahre) waren weder die Parameter des Phosphatstoffwechsels (Plasma- und Urinphosphatwerte, FGF-23 und Parathormon) noch die genannten Parameter anders als in der Plazebogruppe.

Während die gewählten vaskulären Endpunkte zur Diskussion Anlass geben können, scheint es mit den gegenwärtigen Medikamenten definitiv sehr schwie-rig, nachhaltig den Phosphatstoffwechsel zu beeinflussen. Wie gut wirken wohl die neuen eisenhaltigen Phosphatbinder, wenn in ähnlichem Rahmen getestet?

 

J Am Soc Nephrol. 2020, doi.org/10.1681/ASN.2020040411

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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